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Über die Graphologie 

 
Die Geschichte der Graphologie


Bereits im alten Rom wurden charakteristische Merkmale der Handschriften bedeutender Persönlichkeiten beschrieben.

 

Große Geister wie Shakespeare, Goethe und Edgar Allen Poe interessierten sich für die Beziehung zwischen dem Schriftbild und dem Charakter eines Menschen. 

 

Die älteste noch erhaltene Abhandlung über die Graphologie wurde 1622 von Camillo Baldo, einen Professor für Medizin an der Universität von Bologna, verfaßt.

 

Ein Wegbereiter der Graphologie im deutschen Sprachraum war Johann Kaspar Lavater (1741-1801). In seinen "Physiognomischen Fragmenten" zog Lavater Rückschlüsse von der äußeren Erscheinung auf das innere Wesen der Menschen. Sein Thema war daher die Physiognomie, welche wiederum mit ihrem Prinzip, durch äußere Zeichen einen inneren Zusammenhang zu erschließen, eine Vorgehensweise populär machte, derer sich bald auch die Graphologie bediente.

 

Jean-Hippolyte Michon (1806-1881) legte ein Archiv von Schriftproben an und ordnete in seiner "Theorie der festen Zeichen" bestimmten Schriftzeichen menschliche Charaktereigenschaften zu. Michon verwendete als erster den Begriff "Graphologie". Gemeinsam mit Adolphe Desbarolles (1804-1866) veröffentlichte Michon ein Buch mit dem Titel "Die Geheimnisse der Schrift".

 

Eine bedeutende Weiterentwicklung erfuhr die Graphologie durch einen Schüler Michons, Jean Crépieux-Jamin (1858-1940) sowie durch den Hermeneutiker Ludwig Klages (1872-1956).

 

Der Phänomenologe Max Pulver (1889-1952) entwickelte schließlich die Theorie der Raumsymbolik der Handschrift. Pulver ist zudem Begründer der Schriftzonen-Theorie.

 

Der Hamburger Rudolf Pophal (1893-1966) beschreibt in seinem Buch "Die Handschrift als Gehirnschrift" vier verschiedene Hirnfunktionstypen, die über die Handschrift erkennbar sind.

 

Der Philosoph Robert Heiss (1903-1974) schließlich unterscheidet drei Ebenen der Handschrift: Bewegungsbild, Formbild und Raumbild.

 

Die moderne Graphologie schließlich bedient sich verschiedener Methoden.

 

 

Die wesentlichen Analysemethoden der Graphologie sind

 

    ► Hermeneutik

    ► Michons Theorie der festen Zeichen

    ► Interpretation der Summe von Schriftzeichen

    ► Eindruckscharakter der Schrift

    ► Ausrichtung der Schrift im Raum (Raumsymbolik)

    ► Bildhafte Schriftinterpretation (Bildsymbolik)

    ► Integrative Methode

Letzte Aktualisierung ( 15.07.2008 )
 
 
 
 
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